Was macht ein gutes Foto aus?

Wann findet man ein Foto interessant und hat Lust, es länger zu betrachten?
 
Hier einige eigene Überlegungen:

Das Foto muss den Blick auf etwas Ungewöhnliches richten, etwas sichtbar machen, was sonst unsichtbar ist, weil man nämlich die Perspektive, die der Fotograf eingenommen hat, selbst nicht einnehmen kann. Ein Beispiel wäre ein Foto von der Erdkugel, aufgenommen von der Internationalen Raumstation im All. Es fasziniert, weil nur sehr wenigen Menschen diese Möglichkeit gegeben ist, den direkten Blick auf unseren Planeten zu werfen. Ähnlich verhält es sich mit Fotos von wild lebenden Tieren, die man in der Regel selten oder gar nicht, zumindest nicht in bestimmten Situationen zu Gesicht bekommt.

Erdaufgang 24.12.1968, Foto von Apollo 8 Astronaut William Anders (Quelle: Wikipedia)
Seeadler im Luftkampf (© Holger Rüdel)

Das Foto stellt etwas dar, das in unserer Umgebung existiert, theoretisch für alle sichtbar,  aber dessen Besonderheit wir nicht in der Flut der Eindrücke, der wir täglich ausgesetzt sind, erkennen:
- eine ungewöhnliche, gar groteske Konstellation von Personen und/oder Dingen, die sich ergeben hat und deshalb belustigt;
- ein flüchtiges Spiegelbild;
- ein Gegenstand, der erst losglöst von seiner natürlichen Umgebung seine ästhetische Wirkung richtig entfaltet;
- ein Mensch in einer spezifischen Situation mit einem bestimmten Ausdruck;
- …

Drei auf der Bank mit abendlichem Blick gen Osten (© W. Albrecht)

Das Foto lässt beim Betrachter ein inneres Bild entstehen, das sich zu einer Geschichte verdichtet.  Dieses Phänomen kann u. a. in der surrealistischen Fotografie (Bild 1), durch Einsatz verfremdender Mittel wie z. B. Infrarot-, Graufilter, … (Bild 2) oder durch Aufnahmeperspektive und Schärfentiefe (Bild 3) erreicht werden.

Bild1: Fishing with grand pa (© Erik Johansson)
Bild 2: Aufgenommen mit Graufilter und Stativ (© H. Neumeyer)
Bild 3: verlassenes Autowrack (© Thibault Jouannic)

Das Foto sollte allgemeinen gestalterischen Grundsätzen (Beispiel: Goldener Schnitt , Goldene Spirale) entsprechen und somit den Blick auf das Wesentliche richten, oder aber die genannten Prinzipien bewusst  verletzen, um eine bestimmte Wirkung zu erreichen.

Das Foto entspricht den individuellen Vorstellungen von Ästhetik und der tradierten (unreflektierten) Vorstellung von einem guten Foto.

 

Thema / Projekt orientiertes Fotografieren

Ein lesenwertes Buch mit vielen Ideen und nützlichen Übungen und Arbeitsanweisungen ist "Der rote Faden" von Meike Fischer.

Fachausdrücke der Fotografie: englisch-französisch-deutsch

englisch französisch deutsch
exposure exposition Belichtung
to expose exposer belichten
expose to the right (ETTR) exposer pour la droite nach rechts belichten
exposure temps de pose (m) Belichtungszeit
long exposure pose longue (f) Langzeitbelichtung
bokeh, boke bokeh (flou artistique d'arrière-plan d'une photographie) sanfte Unschärfe-Effekte im Hintergrund
shutter obturateur (m) Verschluss
shutter speed vitesse d'obturation (f) Verschlussgeschwindigkeit
depth of field profondeur (f) de champ Schärfentiefe
aperture diaphragme (m), ouverture (f) Blende
noise bruit (m) Rauschen
blurry flou(e) unscharf
motion blur flou de mouvement Bewegungsunschärfe
blur flou (m) Unschärfe
tripod trépied (m) Stativ
to focus on mettre à point scharf stellen
lens objectif (m) Objektiv
exposure value (EV) valeur (f) d'exposition Lichtwert (LW)
contre-jour contre-jour Gegenlicht